Strahlensterilisation: So funktioniert sie
Sowohl Beta- als auch Gammastrahlen eignen sich zur Sterilisation. Der hauptsächliche Unterschied der Strahlenarten besteht in ihrer Durchdringungsfähigkeit des Materials und ihrer Dosisleistung:
Betastrahlung: hohe Dosisleistung bei beschränkter Eindringtiefe
Gammastrahlen: hohe Durchdringungsfähigkeit bei relativ geringer Dosisleistung
Die energiereichen Beta- oder Gammastrahlen zerstören die DNA der Mikroorganismen und inaktivieren sie auf diese Weise. Die Strahlensterilisation ist das einzige Verfahren, das die Sterilisation von Produkten einschließlich ihrer Verpackung ohne nennenswerte Temperaturerhöhung oder den Einsatz von Chemikalien ermöglicht. Letztere bergen stets Rückstandsprobleme. Sogar mit Mikroorganismen belastete Innenseiten verschlossener Verpackungen oder Teile mit komplizierten geometrischen Strukturen werden mit hochenergetischer Strahlung sicher entkeimt. So ist die Strahlensterilisation die anwendungs- und umweltfreundliche Alternative zu anderen Verfahren.
Betastrahlen zeichnet aus, dass die Bestrahlung einzelner Verpackungseinheiten innerhalb nur weniger Sekunden erfolgt. Hierdurch lassen sich im günstigsten Fall komplette LKW-Ladungen innerhalb weniger Stunden sterilisieren. Ihr Vorteil: Produkte können zeitnah verarbeitet werden, Lagerbestände und die damit verbundene Kapitalbindung werden vermieden. Die niedrigere Durchdringungstiefe der Elektronen erfordert ein Ab- und Wiederaufpacken der Ware von den Transportpaletten. Am Standort Saal übernimmt eine vollautomatische Anlage die Verarbeitung großer Warenmengen innerhalb kurzer Zeit.
Gammastrahlen sind in der Lage, ganze Paletten mit Produkten hoher Dichte und selbst metallische Gebinde zu durchdringen und zuverlässig zu entkeimen. Der Bestrahlungsvorgang findet aufgrund der niedrigeren Dosisleistung und abhängig von der aufzubringenden Dosis innerhalb weniger Stunden statt.




