Wenn Wissenschaft und Wirtschaft Schule machen…
Schüler des Durlacher Markgrafen-Gymnasiums bearbeiten erfolgreich Auftrag einer Bruchsaler Firma
Bruchsal, 5. August 2009: Es klingt ungewöhnlich: Schüler eines Gymnasiums erhalten von einem Unternehmen einen Forschungsauftrag. Was steckt dahinter? Eine Kooperation zwischen dem Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal, der Firma BGS Beta-Gamma-Service in Bruchsal und dem Markgrafen-Gymnasium in Karlsruhe-Durlach.
Grau ist alle Theorie – oder doch nicht?
Das ICT hat sich zum Ziel gesetzt, Schülerinnen und Schüler in Kontakt zur Wirtschaft zu bringen – zum beiderseitigen Nutzen. TheoPrax – so heißt die Initiative – stellt Verbindungen her und überwindet vermeintliche Barrieren zwischen Theorie und Praxis, Lehre und Anwendung. Dazu bedarf es engagierter Partner in der Industrie, die über das Tagesgeschäft hinaus denken. Denn die Schüler von heute sind die Profis von morgen. Und je eher man sie mit der Praxis vertraut macht, desto besser. So sieht man es auch bei BGS in Bruchsal: „Das Konzept des ICT hat uns überzeugt“, erklärt BGS-Geschäftsführer Dr. Andreas Ostrowicki. „Wir wollen bei den jungen Menschen die Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik fördern und unternehmerisches Denken und Handeln üben.“
Mit jungen Leuten gegen alte Vorurteile
BGS hat sich unter anderem auf die Bestrahlung von Kunststoffen spezialisiert. Schon das Stichwort „Bestrahlung“ ist für manchen negativ besetzt. So gehörte es zu den Aufgaben der Gymnasiasten, Ideen zu entwickeln, wie man diesen Vorurteilen mit Aufklärung entgegentreten kann. Denn die Bestrahlung von Kunststoffen bietet vielfältige Vorteile und birgt entgegen gängiger Befürchtungen keine Risiken für die Nutzer der so behandelten Produkte.
Zudem erhielten die acht Durlacher Nachwuchsforscher den Auftrag, Vorschläge für neue Anwendungsmöglichkeiten der Bestrahlungstechnologie zu entwickeln. In zwei Teams aufgeteilt, lösten die Schüler beide Aufgaben mit Bravour.
Begeisterte Reaktionen nach der Präsentation
Im Rahmen einer professionellen Präsentation stellten die Schülerinnen und Schüler die Ergebnisse ihrer Arbeit vor. Von Dachziegeln aus Kunststoff bis zu bestrahlten Segelfliegerseilen reichen die Anwendungsvorschläge. Auch der vom zweiten Team produzierte Informationsfilm bekam viel Beifall vom Expertengremium bestehend aus den TheoPrax-Initiatoren Dörthe Krause und Prof. Dr. Ing. Peter Eyerer, der betreuenden Lehrerin Gisela König, Udo Biedermann und Dr. Andreas Ostrowicki von BGS, sowie PR-Fachmann Joachim Tatje. Die Zuhörer zeigten sich begeistert. „Um diese jungen Leute ist mir nicht bange“, kommentierte Tatje die Leistung der acht Pennäler. Und BGS-Geschäftsführer Dr. Ostrowicki sah durchaus praktischen Nutzen in den Beiträgen: „Da sind einige interessante Ideen dabei“, fasste er den gelungenen Abschluss des Projektes zusammen.
Das TheoPrax-Team des Markgrafen Gymanasiums aus Karlsruhe-Durlach: untere Reihe vlnr: Maximilian Phillips, Julian Wagner, Sarah Sardo, Sophia Oppelt, Tobias Beese, obere Reihe vlnr: Christian Borger, betreuender Lehrer Herbert Siebach, Hannes Holz, Jannis Hassler, ganz hinten: Udo Biedermann, BGS




